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Mit sorgenvollem Blick gen Himmel machten sich am Samstag die Paddler der Römer Dragons auf den Weg nach Saarbrücken, um dort am "Monkey Jumble", einem Langstreckenrennen über 11 Kilometer mit Massenstart, drei Wenden und einigen Kurven teilzunehmen.
Die ganze Woche war hier schon gutes Wetter gemeldet und dennoch hat es nur geregnet. Wie wird es nun in Saarbrücken?

 

Ganz klar war dieses Jahr das Ziel ohne Zeitstrafe,die hatten wir im Jahr zuvor leider erhalten, mit Druck anzugreifen und mit unseren Möglichkeiten die bestmöglichste Platzierung zu erkämpfen.

Empfangen wurden wir in Saarbrücken von einem gut organisierten Veranstaltungsteam bei durchaus gutem Wetter. Klar, kein Strandwetter, aber trocken und genau richtig um die 11 km zu kämpfen. Für einige von uns war das die erste Erfahrung in Sachen Langstreckenrennen und so waren alle sehr gespannt.

Auch Dietmar Schuff war bereits morgens mit dem Motorboot im Schlepp angereist und half den Saarbrückern, wie auch im Jahr zuvor, auf der Wasserseite die Veranstaltung zu sichern.

Mit donnernden Trommel-Rhythmen und lautem Affengeschrei in stetig steigender Intensität werden die Teams auf dem Wasser zu einem starken Massenstart angespornt. Trotz Sprechanlage im Boot hört man kaum die letzten Anweisungen von Steuermann Frank und Schlagmann / Trainer Christian. Bis es ganz leise wird – Stille – die dann mit einem gehörigen Kanonenschlag zerrissen wird, der Start.

Den kann man nicht verschlafen! Mit einem guten Start kommen wir sauber raus und schnell in Fahrt.
Unsere Startposition "19" ist mitten im Feld in der fünften von neun Reihen. Auf Grund unseres Ergebnisses im letzten Jahr waren wir dieses Jahr in der Funklasse eingeordnet.

Startbild
Start Monkey Jumble 2014

Wer schon beim Armada Cup mitgefahren ist, hatte dieses Jahr ein Déjà vu. Dieser Massenstart grenzte schon an den in Bern, zumindest für uns, die wir mitten im Feld waren. Nach kurzer Zeit hatte es schon gekracht. Von hinten links wurden wir so geschnitten, dass Frank eine Kollision nicht verhindern konnte. Das Loch, das sich rechts vor uns auftat, war aber noch in greifbarer Nähe, bis von rechts ein Boot quer in unsere Fahrbahn schoss und Frank alle Mühe hatte nicht zu kentern. Unser Drachenkopf war direkt abgebrochen und weg vom Boot. Aus dem entstandenen Getümmel kamen wir aber noch sehr glimpflich davon.
Hinter uns, vor uns, rechts, links standen Boote quer. Es hat Kraft gekostet da nicht die Nerven zu verlieren, sondern zu paddeln, zu paddeln und nichts als zu paddeln. Immer wieder mussten wir von hinten kommende starke Boote passieren lassen, bis wir endlich unsere Position gefunden und unseren Schlag fahren konnten.

Einige Steuermänner sollten sich hier mal Gedanken, sowohl über ihre Einstellung, als auch über ihr Können machen!
Ein Verhalten, das ich aus meiner Erfahrung vom Armadacup persönlich eher den französischen und italienischen Teams zugeschrieben hatte, wurde hier ganz klar an den Tag gelegt. Ohne Überblick, Rücksicht auf Verluste an Material und Mensch einfach voll durch... Das hat eigentlich nichts mit Sportgeist zu tun! Die Diskussionen im Nachhinein, was von Seiten der Veranstalter besser gemacht werden muss verstehe ich selbst nicht ganz. Klar wäre es bei einem Massenstart besser, wenn striktere Kontrollen über das Einhalten der korrekten Startpunkte organisiert wären, um das typische "Auffahren" der Boote und die daraus folgenden Crashs zu verhindern. Allerdings verhält sich hier nicht der Veranstalter falsch sondern die Sportler/Steuerleute, die sich nicht an die Anweisungen halten!

Ein Glück, dass nicht mehr passiert ist. Eine Platzwunde, wohl einige blaue Flecken und einige abgebrochene Drachenköpfe und Schwänze, die Dietmar aus dem Wasser fischen konnte.

"Wir hatten Glück. Die erste Wende nahte. Wir hatten uns etwas abgesetzt und vor uns war noch Platz, um eine enge, aber nicht zu kraftzehrende Wende fahren zu können. Zehne raus und weiter im trainierten Streckenschlag. Es war vorne auf den ersten zwei Bänken trotzdem immer noch eine prickelnde Atmosphäre – das Rennen war noch lange nicht vorbei. Franks peitschenhafte Anfeuerungen von hinten und Lenas Trommel von vorne waren jetzt unsere Begleiter die lieben, langen, restlichen 8,3 Kilometer. Immer wieder kamen von hinten Trommelschläge anderer Boote in unsere Gehörgänge, immer wieder die sprechanlagenverstärkte Stimme von Frank am Ball zu bleiben – wie der Fußballer sagt. Bis zur zweiten Wende war es noch weit hin, unseren Abstand zum Verfolger konnten wir immer noch halten. Die zweite Wende ging genau so glatt wie die erste, aber die Zehne raus waren schon schwächer. Jetzt kam der Angriff von hinten. Es wurde eng auf der linken Seite. Angriff, Angriff abgewehrt, Angriff, Angriff abgewehrt. So ging das einige Male hin und her und wir haben mit unserem trainierten Streckenschlag gut mitgehalten gegen den deutlich höheren Schlag im Gegnerboot. Auch als sie sich letztlich gegen uns durchgesetzt haben, sind wir immer mal wieder an sie herangekommen, bis wir sie haben ziehen lassen. Mein Gott ist das Rennen schnell vorüber gegangen haben manche von uns danach gesagt. Ist ja auch viel passiert! Bis zur dritten Wende zog es sich. Immer wieder unsere Bezwinger vor uns sind wir aber dran geblieben am Schlag und Kraftaufwand. Kein zweites Mal wollten wir uns überholen lassen. Hinten tat sich wieder was. Frank feuerte wieder seine Anpeitschkanonaden auf uns ab und wir sind nochmal zu einem Endspurt fähig gewesen, der die hinter uns in die Schranken verwies."


GESCHAFFT!

Ein spannender Abschluss der Saison in Saarbrücken.
Platz vier in der Fun-Kategorie.

 

reines Funergebnis

  1.   7   Hawlinger e.V. (0:54:05,110)
  2.   28  US Drachenboot (0:55:20,342)
  3.   9   Thunder Dragons Niederrhein (0:55:41,990)
  4.   19  Römer Dragons (0:57:02,218)
  5.   21  Schwabenpower (0:57:19,950)
  6.   18  Funions (0:57:44,962)
  7.   13  AWO Drachen (0:58:29,402)
  8.   22  Team Drachenherz (0:58:56,226)
  9.   24  RG Siemens Galeere / Brück Dragons (1:00:04,126)

Mixed (Gesamttableau)

1.   14   Drag Attack (0:48:43,470)
2.   4     Neckardrachen I (0:48:53,662)
3.   30   Neckardrachen 2 (0:48:57,590)
4.   12   WVS Rheingauner (0:51:02,174)
5.   1     MGL (0:51:11,114)
6.   6     RDM (0:51:33,414)
7.   23   Neckardrachen Ü50 (0:52:21,498)
8.   33   Trewa X-Treme (0:52:48,562)
9.   15   WVS Rheingauner II (0:53:04,074)
10.  2    HTW Dragoner (0:53:18,082)
11.  26  Colourful Dragons (0:53:33,686)
12.  7    Hawlinger e.V. (0:54:05,110)
13.  11  Reichert Scheidt (0:54:12,446)
14.  5    Geographic Hazards (0:54:36,810)
15.  3    KWS Drag-Team (0:54:42,642)
16.  10  Drachenwölfe (0:54:52,750)
17.  8    Saarwölfe (0:55:08,886)
18.  16  Jacob Full Pipe Dragons (0:55:09,286)
19.  28  US Drachenboot (0:55:20,342)
20.  25  CDU Black Power (0:55:39,730)
21.  9    Thunder Dragons Niederrhein (0:55:41,990)
22.  31  VGF-Dragons (0:56:48,530)
23.  19  Römer Dragons (0:57:02,218)
24.  21  Schwabenpower (0:57:19,950)
25.  18  Funions (0:57:44,962)
26.  17  WSV Metternich (0:57:47,638)
27.  32  Flying Energy (0:57:57,102)
28.  27  Dragonauten (0:58:10,062)
29.  13  AWO Drachen (0:58:29,402)
30.  22  Team Drachenherz (0:58:56,226)
31.  24  RG Siemens Galeere / Brück Dragons (1:00:04,126)
ausser Konkurrenz 29 Fleischwaren Schwamm (1:01:46,558)
aufgegeben 20 Rhenania Drachen  

Ein Bericht gemischt aus der Sicht vom Begleitboot (Zagg) und aus der Wochenmail von Uwe Bayer.